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Andrea sonnenstrahler 01 oZ
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Du hast den letzten Absatz geschrieben, das Wort Ende darunter gesetzt, dein Buch ist fertig. Damit ist die erste wichtige Phase beendet. Und wie geht es jetzt weiter? Eine gute Frage, vor allem für Debütautoren. Selfpublishing oder Verlag? Welche Vorteile bietet das Selfpublishing und welche der Verlag?

Mein Weg ins Selfpublishing

Natürlich habe ich auch davon geträumt, dass mein Buch einen Verlag findet. Versucht habe ich es. Zunächst mit "Beziehungen": eine ehemalige Lektorin war sehr angetan und hat es einem kleinen Verlag unterbreitet, zu dem es thematisch gut gepasst hätte. Nach drei Monaten kam endlich eine Nachricht - eine Absage! Ich war schwer enttäuscht. Probierte es aber noch bei anderen Verlagen, mit demselben Ergebnis. Wenn sich die Verlage überhaupt gemeldet haben, dann mit einer Absage. Du kennst das vielleicht auch. Das frustriert! Spaßeshalber schickte ich mein Manuskript auch an den "Novum Verlag für Neuautoren", die versprachen eine ausführliche Besprechung des Buches. Und ich wollte gerne eine professionelle Meinung hören. Auch um die innere "Kritikerstimme" - "Dein Buch ist nicht gut genug" - zum Schweigen zu bringen.

Vorsicht! Druckkostenzuschussverlage

Und siehe da, der Novum Verlag wollte mein Buch herausbringen, zeigte sich angetan von Stil und Inhalt und schickte mir auch gleich ein Vertragsangebot (ohne das versprochene Lektoratsfeedback!). Ich war geschmeichelt, bis ich die Veröffentlichungskosten entdeckte: im höheren vierstelligen Bereich plus Mehrwertsteuer! Puh, ich war zwar durchaus bereit, ein paar Tausend Euro in mein Buch zu investieren, aber so viel Geld hatte ich einfach nicht. Sollte ich mich wirklich trauen, so viel auszugeben für die Veröffentlichung meines Buches? Und wenn es sich nicht verkaufen würde, was dann? Das Risiko erschien mir ziemlich hoch. Aber noch war ich überzeugt von der Entscheidung für einen Verlag, also startete ich auf Anregung einer Freundin eine Spendenaktion bei "gofundme". Und bin sehr dankbar für die tolle Unterstützung die ich von meinen FreundInnen und Bekannten erfahren durfte!

Was ist ein Druckkostenzuschussverlag (DKZV)?

Und da sind wir bei dem sperrigen Wort Druckkostenzuschussverlag angekommen. Das sind die schwarzen Schafe der Branche, denn sie sind im eigentlichen Sinne keine Verlage, tun aber so als ob. Im Gegensatz zu seriösen Verlagen, die das finanzielle Risiko für eine Veröffentlichung tragen (d.h sie legen das Geld vor, die Autoren tragen keine Kosten), wälzen diese DKZVerlage das Risiko auf die Autoren ab. Du zahlst also sämtliche Kosten für Lektorat, Korrektorat, Cover Design, Buchsatz, Vertrieb und Marketing etc. und hast keine Garantie, dass du auch nur einen Teil deiner Kosten wieder mit deinen Buchverkäufen einnimmst. Und da diese Verlage ihr Geld ja schon mit dir verdient haben, ist davon auszugehen, dass sie sich danach nicht mehr allzu viel Mühe geben bei der Qualität und dem Marketing.

Meine Entscheidung fürs Selfpublishing

So richtig skeptisch wurde ich erst beim Gespräch mit der Programmleitung von Novum, die mir auf meine wichtigste Frage, die nach der Auflagenhöhe, nur eine ausweichende Antwort gab. Das klang nicht danach, als würde da großes Vertrauen in die Chancen meines Buches gelegt. Um mich doch noch bei der Stange zu halten, bekam ich einen Tag später ein Lektoratsfeedback. Sehr schmeichelhaft und genau das, was ich als Autorin hören wollte, aber eben auch zu schön, um wahr zu sein. Und als ich dann bei meiner Recherche zum Thema Selfpublishing - das war noch immer eine Alternative für mich - eindrücklich vor den DKZVerlagen gewarnt wurde, war das nur die Bestätigung für meine inneren Zweifel. Die Entscheidung war somit gefallen. Für das Selfpublishing!

Die Angst vor dem Marketing

Was mich bislang vom Selfpublishing abgehalten hatte, war meine Panik vor dem Marketing. Ich bin die erste, die glaubt, ich könne nicht verkaufen, schon gar nicht mich oder mein Buch. Erst so langsam taste ich mich an dieses ungeliebte Thema heran, denn auch bei einer Inverlagnahme geht es nicht ohne deine Beteiligung am Marketing. Und am besten beginnst du schon ganz früh damit, lange bevor dein Buch das Licht der Welt erblickt. Zum Beispiel mit einer Autorenwebsite und deiner Präsenz auf Social Media Kanälen. Aber dazu ein andermal mehr.

Vorteile des Selfpublishings

  • Du behältst die Rechte an deinem Buch.
  • Du hast die volle Kontrolle und kreative Freiheit der Gestaltung.
  • Du kannst dir professionelle Hilfe in bestimmten Bereichen suchen.
  • Du kannst dein Buch schnell und ohne Bewerbung bei einem Verlag veröffentlichen.
  • Print-on-Demand: Das Buch wird erst bei Bestellung gedruckt, so entstehen keine Kosten für Lagerhaltung oder eine bestimmte Auflage.

Die Liste ist sicher nicht vollständig, aber das sind für mich mal die wesentlichen Punkte. Allerdings braucht es deutlich mehr Eigeninitiative als bei einer Inverlagnahme. Da kümmert sich der Verlag um "alles", was dir allerdings weniger Mitspracherecht lässt. Nicht zu vergessen: als Selfpublisher trägst du das finanzielle Risiko. Das liegt aber deutlich niedriger als bei DKZVerlagen!

Vorteile seriöser Verlage

  • Das Rundum-sorglos-Paket: Der Verlag kümmert sich um alles!
  • Du hast die Unterstützung von Profis während des gesamten Veröffentlichungsprozesses.
  • Dein Buch landet tatsächlich in den Buchhandlungen, was für Selfpublisher ungleich schwieriger ist.
  • Verlage haben eine ganz andere Reichweite in Vertrieb und Marketing, und nutzen ihr Image.

Aber es gibt auch einige Nachteile zu beachten: so hast du weniger Mitspracherecht und kannst dich nicht so kreativ beteiligen. Du trittst deine Rechte an den Verlag ab. Verlage haben eine lange Vorlaufzeit, es kann also länger als ein Jahr dauern, bis dein Buch erscheint. Und du musst schon viel Ausdauer und Eigeninitiative an den Tag legen, um bei einem Verlag zu landen.

Ich habe sogar gehört, dass nur 1-3% aller Manuskripte tatsächlich genommen werden. Da braucht es schon eine hohe Frustrationstoleranz.

Fazit

Wofür du dich entscheidest, hängt natürlich auch von deinem Buch ab und von deiner Persönlichkeit. Worauf du Wert legst, ob du dich ans Marketing traust und was du erreichen möchtest. Du kannst natürlich beides ausprobieren, Verlag und Selfpublishing. Mir hat es sehr geholfen, als ich BoD (Books on Demand) entdeckte, dass es dort auch die Möglichkeit gibt, zusätzliche Dienstleistungen zu buchen, wie Korrektorat, Cover Design oder Buchblocksatz. So kann ich mir im Zweifelsfalle professionelle Unterstützung holen. Ob und in welchem Maße ich die brauche, werde ich im Laufe des Veröffentlichungsprozesses noch sehen. Ein professionelles Lektorat ist auf jeden Fall mein nächster Schritt, bei dem du mich gerne begleiten kannst.

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Autor

Andrea Brendel

andreabrendel.lp@gmail.com

Hallo, mein Name ist Andrea Brendel. Ich bin Schauspielerin, Sprecherin, Moderatorin, Medienpädagogin und seit neuestem Debütautorin. Mein Buch "Dunkelgrau ist auch eine Farbe" wird dieses Jahr das Licht der Welt erblicken. Ich habe mich für das Selfpublishing mit Books on Demand (BoD) entschieden. Das wird ein spannender Prozess, bei dem ihr mich gerne begleiten könnt. Seit 2014 lebe ich mit Depressionen. 2016 kam der Zusammenbruch und seitdem bin ich einen langen Weg gegangen, mit und ohne Antidepressiva, Klinikaufenthalten und Psychotherapien. Meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Einsichten aus diesem Leben mit chronischen Depressionen findet ihr in meinem Buch!

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