Da dies mein erstes Buch ist, und somit auch mein erstes Lektorat, kann ich hier nur von meinen Erfahrungen mit meiner Lektorin Bettina Belitz berichten. Eines vorweg: ich bin absolut zufrieden und sehr froh, mich für sie entschieden zu haben. Sie hat mir geholfen, mein Manuskript auf eine ganz andere Ebene zu bringen und dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Die Chemie muss stimmen
Dein Buch ist dein Baby und deshalb ist es so wichtig, wem du es anvertraust. Sonst fällt es dir später schwer, die Kommentare und Empfehlungen deines Lektors, deiner Lektorin auch anzunehmen. Eine Vertrauensbasis muss da sein und ob die Chemie zwischen euch beiden stimmt, lässt sich ganz gut in einem intensiven Kennenlerngespräch zum Beispiel über Zoom feststellen. Bei Bettina Belitz habe ich mich gleich verstanden gefühlt und da sie auch gewisse Erfahrungen mit Depressionen im weitesten Sinne hat, wusste ich, dass sie auch mit meinem Thema gut umzugehen weiß.
Plane genügend Zeit für das Lektorat ein
Vom ersten Kennenlernen bis zur letzten Überarbeitung können gut drei Monate und mehr vergehen, je nach Umfang deines Buches und der Auftragslage der Lektorin. Nach dem Feedback brauchst du schließlich auch Zeit für deine Überarbeitung. Danach geht es noch einmal in einen zweiten Lektoratsdurchgang, bei dem die überarbeiteten und ergänzten Textstellen abschließend lektoriert werden.
Wie sieht ein Feedback aus?
Bettina Belitz hat mir neben dem kommentierten Manuskript auch noch einige Audiodateien aufgesprochen, in denen sie Bezug nahm auf die Erzählstimme, Ergänzungen und die Struktur meines Buches. Das hat mir sehr geholfen, ihre Kommentare besser einordnen zu können. Die wirkten dann nicht so hart und unvermittelt. So hat sie mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich, wenn ich von "meiner Depression" spreche, ich sie damit manifestiere, mich mit ihr identifiziere. Von "der Depression" zu sprechen, schafft dagegen eine gewisse Distanz und ermöglicht es mir, sie irgendwann auch gehen zu lassen. Auch klanglich ein wesentlicher Unterschied!
Die eigene Überarbeitung
Nach dem mehrmaligen Anhören der Audiodateien habe ich mich dann an meine Überarbeitung gemacht. Inhaltlich und stilistisch gab es kaum was zu meckern :-), aber einiges zu ergänzen. Und so habe ich mich von ihren Kommentaren anleiten lassen, verändert, ergänzt, bin an einigen Stellen einfach mehr in die Tiefe gegangen. Für diese Feinarbeit habe ich mir Zeit genommen. Auch da plane lieber großzügig, denn es macht keinen Sinn dich selber unter Druck zu setzen.
Plane auch Pausen ein
Ich fand es auch wichtig, das Manuskript danach noch einige Tage ruhen zu lassen, bevor ich es an meine Lektorin zurückgeschickt habe. Auch wenn der Blick auf das eigene Werk schwer fällt (die Kritikerin unbedingt ausschalten!) und wir schnell betriebsblind werden, eine Pause hilft, etwas inneren Abstand zur überarbeiteten Fassung zu gewinnen. Wenn du danach das Gefühl hast, mit dem Erreichten zufrieden zu sein, dein Manuskript an Qualität gewonnen hat, dann kannst du es guten Gewissens ins Lektorat zurücksenden.
Der zweite Durchgang
Nach deiner Überarbeitung heißt es noch einmal: warten! Warten auf das Feedback vom zweiten Durchgang. Das kam schneller als erwartet und war so positiv, dass ich ganz überrascht und zugleich unheimlich erleichtert und glücklich war. Nichts zu verbessern, von meinen Ergänzungen war Bettina Belitz ganz begeistert und meinte, ich hätte großartige Arbeit geleistet! Der erste wichtige Schritt ist also getan und mein Buch bereit, das Licht der Welt zu erblicken 🙂
Fazit
Ich kann dir nur empfehlen, dir ein professionelles Lektorat zu gönnen. Dieser Blick eines Profis von außen auf dein Werk ist unbezahlbar und ausgesprochen hilfreich. Es kann dein Buch auf eine ganz neue Ebene bringen und ist eine wunderbare Unterstützung auf dem Weg zur Veröffentlichung.
