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Das Morgentief erwischt mich immer noch mit schöner Regelmäßigkeit, aber zurzeit nicht mehr so heftig wie in den Jahren zuvor. Dann möchte ich am liebsten im Bett liegen bleiben und den Tagesbeginn noch ewig hinauszögern, weil ich einfach nicht die Kraft habe, den Tag zu beginnen.

Das Morgentief ist ganz charakteristisch für eine Depression. Es bedeutet, dass die Depressionssymptome wie körperliche Erschöpfung, innere Anspannung oder Unruhe und ein drückendes Gefühl der Niedergeschlagenheit morgens am stärksten sind.

Ursachen für das Morgentief

Bei Depressionen ist unsere „innere Uhr“, die für den Schlaf-Wach-Rhythmus (zirkadianischer Rhythmus) zuständig ist, gestört. Das beeinflusst zum Beispiel unsere Herzfrequenz und die Körpertemperatur. Außerdem werden dadurch Hormone zur falschen Zeit und in falscher Dosierung ausgeschüttet. Das betrifft morgens vor allem das Stresshormon Cortisol. Normalerweise wird dies 35-40 Minuten nach dem Aufwachen ausgeschüttet, um uns in die Gänge zu bringen. Bei Depressionen passiert dies aber in überhöhter Dosis direkt nach dem Aufwachen. Die Folge sind innere Unruhe, körperliche Symptome wie Kopfschmerzen oder Herzstechen, aber auch Ängste und ein starkes Gefühl der Traurigkeit, Verzweiflung und körperlichen Erschöpfung, auch wenn wir ausreichend geschlafen haben.

Beim Abendtief, wenn also die Symptome abends am stärksten sind, wird dagegen zu wenig Melatonin ausgeschüttet, wir werden nicht schläfrig, haben Einschlaf- oder Durchschlafstörungen.

Was die Symptome verstärken kann, sind Ängste (vor dem Abend und dem Einschlafen, bzw. vor dem Tag und dass es nicht besser wird). Ist ja auch klar, denn dabei wird noch mehr Cortisol produziert.

Auch die Neurotransmitter spielen eine wichtige Rolle beim Morgentief. Denn ein Mangel an Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin beeinflusst die Stimmung negativ. Hier können Antidepressiva helfen. Die Symptome des Morgentiefs bessern sich im Laufe des Tages und können ganz verschwinden. Abends fühlen wir uns dann wieder normal.

Was hilft gegen das Morgentief?

Als allererstes: akzeptieren! Du steckst gerade im Tief, das ist okay, du bist schließlich auch nur ein Mensch! Und: Tu dir etwas Gutes! Eine schöne Tasse Tee auf dem Balkon, eine gemütliche Badewanne, gute Musik auflegen, stricken, singen...alles was dir einfällt.

Auch wichtig: kein Nickerchen am Nachmittag machen, auch wenn du erschöpft bist, das bringt deinen Schlaf-Wach-Rhythmus noch mehr durcheinander. Am besten immer zur selben Zeit ins Bett gehen und aus den Federn kommen. Auch geregelte Essenszeiten helfen unserer „inneren Uhr“.

Was auch sehr hilfreich ist, ist ein morgendliches Ritual, über das du nicht groß nachdenken musst, das spart Energie. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

  • aufstehen zur selben Zeit morgens, möglichst bei Tageslicht (also Rollläden oben lassen!)
  • duschen, um den Stoffwechsel in Gang zu bringen
  • eine Tasse Kaffee oder Schwarztee kochen, frühstücken
  • frische Lust schnappen (am Fenster oder auf dem Balkon)
  • und noch besser, auch wenn es schwer fällt: etwas Bewegung, möglichst an der frischen Luft

Und denk daran: im Laufe des Tages wird es besser, das Cortisol senkt sich ab und die Symptome lassen nach!

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Autor

Andrea Brendel

andreabrendel.lp@gmail.com

Hallo, mein Name ist Andrea Brendel. Ich bin Schauspielerin, Sprecherin, Moderatorin, Medienpädagogin und seit neuestem Debütautorin. Mein Buch "Dunkelgrau ist auch eine Farbe" wird dieses Jahr das Licht der Welt erblicken. Ich habe mich für das Selfpublishing mit Books on Demand (BoD) entschieden. Das wird ein spannender Prozess, bei dem ihr mich gerne begleiten könnt. Seit 2014 lebe ich mit Depressionen. 2016 kam der Zusammenbruch und seitdem bin ich einen langen Weg gegangen, mit und ohne Antidepressiva, Klinikaufenthalten und Psychotherapien. Meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Einsichten aus diesem Leben mit chronischen Depressionen findet ihr in meinem Buch!

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